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Predigt vom 03.Februar 2019 von Pfarrer Martin Frederking gehalten in Drechen und Hilbeck.

 

 

Predigt über 1.Korinther 1,4-9 am 3.2.2019 Hilbeck und  Drechen

Liebe Gemeinde,

der heutige Predigttext ist der Anfang des 1. Briefes, den der Apostel Paulus an die Gemeinde in Korinth schreibt, die er Jahre zuvor selbst gegründet hat. In Korinth ist es so, wie woanders auch: Sobald Paulus weiterzieht, um neue Gemeinden zu gründen,  wird er durch fremde Prediger ersetzt, die die Gemeinde vom Glauben abbringen wollen. Als Reaktion auf diese Irrlehrer tut er genau das richtige: Er bestärkt seine Mitchristen, er lobt sie, er macht ihnen Mut. Wir hören den Predigttext aus dem ersten Versen des 1. Korintherbriefes:

   

   

4  Ich danke meinem Gott allezeit euretwegen für die Gnade Gottes, die euch gegeben ist in Christus Jesus,

   

5  dass ihr durch ihn in allen Stücken reich gemacht seid, in allem Wort und in aller Erkenntnis.

   

6  Denn die Predigt von Christus ist unter euch kräftig geworden,

   

7  sodass ihr keinen Mangel habt an irgendeiner Gabe und wartet nur auf die Offenbarung unseres Herrn Jesus Christus.

   

8  Der wird euch auch fest machen bis ans Ende, dass ihr untadelig seid am Tag unseres Herrn Jesus Christus.

   

9  Denn Gott ist treu, durch den ihr berufen seid zur Gemeinschaft seines Sohnes Jesus Christus, unseres Herrn.

   

     

 

Paulus lobt die Korinther: Ihr seid reich in aller Lehre und Erkenntnis. Die Predigt von Christus hat in euch gewirkt und tut es noch. Und in eurer Gemeinde mangelt es an keiner Gabe. An der Stelle hat es bei mir Klick gemacht. Ich suche bekanntlich für jeden Predigttext irgendetwas, das ich mit unserem heutigen Leben verbinden kann. Und sofort dachte ich an den letzten Sonntag. Einmal im Jahr laden wir unsere Haupt-, Neben- und Ehrenamtlichen zu einem Neujahrsempfang ein.  Wenn wir alle Ehrenamtlichen einladen, dann ist das Emmaushaus dafür zu klein. Grob gerechnet kommen wir auf 170 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die ihre Fähigkeiten und Gaben in unsere Kirchengemeinde einbringen, und so könnte Paulus auch uns schreiben: In eurer Gemeinde mangelt es an keiner Gabe. Die Gaben oder Fähigkeiten, die Menschen in unsere Gemeinde einbringen, sind höchst unterschiedlich. Und manchmal, manchmal denken auch wir Pastoren viel zu klein.

 

  Ein Beispiel hierzu: Im letzten Gemeindebrief haben wir eine Person gesucht, die einen neu aufzubauenden Besuchsdienst koordinieren kann. Zuvor hatten wir im Pfarrerkreis überlegt, ob uns irgendjemand einfallen würde für diese Aufgabe. Die Antwort war nein, und als der Gemeindebrief von unseren über 70 ehrenamtlichen Austrägern in die Häuser gebracht wurde, da habe ich nicht damit gerechnet, dass sich überhaupt ein Mensch melden würde. Am Ende waren es sieben Interessenten – unsere zurückhaltenden Erwartungen wurden mehr als übertroffen.

  

  Wir vergessen leider allzu oft, unseren Mitarbeitern zu danken, sie zu loben und zu fördern. Auch mit Kritik gehen wir eher zögerlich um, denn wir wollen niemanden verlieren.  Dabei könnten wir viel gelassener sein, wenn wir von der Zusage des Apostel Paulus ausgehen würden: Gott wird euch fest erhalten bis ans Ende, Gott ist treu, durch den ihr auch berufen seid zur Gemeinschaft seines Sohnes Jesus Christus, unseres Herrn.

  

  Gott ist treu, Gott lässt uns nicht fallen, Gott gibt uns immer wieder neue Kraft, Gott sorgt dafür, dass seine Gemeinde weiterexistieren kann.

  

  Wenn ich das zusammendenke mit unseren 170 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, dann muss ich staunend anerkennen: Ja, es stimmt, wir sind eine reiche Gemeinde, und das meine ich nicht zuerst materiell, sondern wir sind eine Gemeinde reich an Gaben. Und wenn ich dann weiterzähle, dann sind die 170 Mitarbeiter viel zu tief gestapelt, denn da haben wir nur die Vorstände mitgezählt,  nicht aber die sonstigen Mitarbeiter wie Bezirksfrauen, Sängerinnen und Sänger der Chöre, Bläserinnen und Bläser, Mitarbeiter der Gemeindeband und andere mehr. Und auch nicht mitgezählt habe ich die Ehepartnerinnen und Partner und die Partnerinnen und Partner ohne Ehe, die die ehrenamtliche Arbeit mittragen oder zumindest tolerieren. Ja, vielleicht sollten wir Pfarrerinnen und Pfarrer wie der Apostel Paulus auch mal einen Brief schreiben. Nicht an die Gemeinde in Korinth, sondern an unsere Emmaus-Kirchengemeinde. Einen Brief, in dem wir für das Miteinander danken und die Mitarbeiter loben. Und wenn es – wie in Korinth- Unstimmigkeiten gibt, und die gibt es immer mal auch unter Christen, dann sollte die Gemeinschaft mit Christus stark genug sein, dass wir wieder aufeinander zugehen.

  

  Für das immer noch relativ junge und neue Jahr 2019 kann der heutige Predigttext eine Leitlinie sein. Er kann uns die Augen öffnen dafür, dass wir keinen Mangel leiden an irgendeiner Gabe. Die Worte des Apostels können uns dazu anregen, die Gaben zu sichten und zu benennen und dann zum Nutzen aller einzusetzen. Wenn jeder das tut, was er oder sie gut kann, dann ist das viel zufriedenstellender, als wenn wir Dinge tun müssen, die uns gar nicht liegen und mit denen wir uns herumquälen, während sie anderen leicht fallen würden. Das meint auch, abgeben zu lernen. Und vor allem sind wir eingeladen, uns gegenseitig zu loben und zu ermutigen, und das alles, weil wir die Zusage haben, dass Gott uns fest erhalten wird bis ans Ende, denn Gott ist treu, durch wen wir berufen sind zur Gemeinschaft seines Sohnes Jesus Christus unseres Herrn. Amen

  

 

 Predigttext zum nachlesen (Pdf)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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